Blick hinter die Kulissen: Dünner, leichter, besser für die Umwelt

Längst ist Kreislaufwirtschaft in aller Munde. Aber was ist das eigentlich genau? Kreislaufwirtschaft heißt, dass zum Beispiel nachdem Euer Staubsauger nach vielen Jahren das letzte Staubkorn aufgesaugt hat, Teile von ihm wieder in die Fertigung neuer Produkte einfließen. Kreislaufwirtschaft will aber noch mehr: nämlich die für die Herstellung genutzten Ressourcen und den dabei entstandenen Abfall so gering wie möglich halten. Das geht dank intelligenter Technologien. Und was heißt das für Produkte aus Kunststoff?

Ganz schön Hightech, ganz schön digital

Bei nachhaltiger Kunststoffherstellung dreht sich alles um den Produktionsprozess und seine Maschinen. Aus dem Kunststoff-Rohstoff, dem Granulat, wird in einer Fertigungsanlage das Kunststoffprodukt hergestellt. Die Produktion sollte natürlich effizient sein, also möglichst wenig Energie verbrauchen.

Effizienz bedeutet aber auch, sehr sorgsam mit dem zu verarbeitenden Kunststoff umzugehen. Wie? Beispielsweise, indem die Teile besonders dünnwandig sind, wenig Ausschuss anfällt und Produktionsabfälle der Fertigung direkt wieder zugeführt werden. Das nennt man dann übrigens In-house Recycling.

Stillstand umgehen

Damit aber nicht genug! Wichtig ist auch eine konstant hohe Produktqualität und außerplanmäßige Stillstandzeiten der Anlagen zu vermeiden. Hier kommt die Digitalisierung ins Spiel, um den Produktionsablauf mit Argusaugen zu monitoren. Falls nötig, nimmt ein Steuerungssystem Anpassungen vor. Der große Vorteil: Es wird weder Energie noch Material verschwendet. Digitalisierung ermöglicht zudem die Verarbeitung von anspruchsvollen oder neuen Materialien wie Biokunststoffen.

Kunststoffrecycling – eine Kunst für sich

Beim späteren Kunststoffrecycling kommen die Maschinenbauer erneut zum Zug. Sie liefern die Technologien, um den Kunststoffabfall zu sortieren, zu zerkleinern und zu waschen. Keine leichte Aufgabe, denn der Abfall ist voll mit Fremdstoffen wie Holz, Papier oder Metallteilen. Gleichzeitig sind viele Kunststoffarten zusammengemixt und müssen wieder getrennt und nach Farben sortiert werden.

Säuberlich getrennt

Um leichte Kunststoffteilchen von schweren zu trennen, werden Metalldetektoren, Infrarottechnologien zur Farberkennung oder Druckluft eingesetzt. Digitale Messmethoden erfassen den Reinheitsgrad. Wenn alles passt, geht es weiter zur Aufbereitung, wo aus dem Abfall wieder Granulat für das Herstellen neuer Produkte wird – das sogenannte Re-Granulat.

Je besser, sauberer und sortenreiner es ist, desto höherwertigere Produkte lassen sich daraus wiederherstellen. Umso mehr Re-Granulat-Anteil im Produkt ist, desto weniger neuer Kunststoff wird eingesetzt. Gar nicht so einfach, sondern hohe Ingenieurskunst.

Bei der Aufbereitung und Re-Granulierung wird der gereinigte, sortierte und zerkleinerte Kunststoffabfall aufgeschmolzen, wie beim Bleigießen zu Silvester. Die Schmelze durchläuft mehrere Reinigungs- und Filtrierungsschritte, bis auch das kleinste Schmutzteilchen entfernt ist. Das fertige Re-Granulat steht dann für ein neues Leben als Kunststoffprodukt bereit.

Bildnachweis: iStock.com/kyenny

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