Ob Ein- oder Mehrweg-To-Go: Kunststoff kann beides

„Einen Kaffee und einen kleinen Salat zum Mitnehmen, bitte!“ – In der Mittagspause im nahegelegenen Bistro, Café oder in der Bäckerei nebenan bestellen und mitnehmen: eine praktische und bequeme Sache. Viele klassische To-Go-Lebensmittel wie Kaffee, Smoothies oder fertig abgepackte Salate werden in Einwegbechern oder Einwegschalen verkauft. Diese Einwegverpackungen landen danach überwiegend in städtischen Abfalleimern und damit leider im unsortierten Restmüll. So manches wird dummerweise auch einfach achtlos in die Umwelt entsorgt.

Durchschnittlich 72 Kilogramm Verpackungsabfall produzierte jede:r von uns 2019 in Deutschland – vier Kilogramm mehr als im Vorjahr. Und 2020 waren es wohl noch einmal zehn Prozent mehr.

Intelligente Mehrweg-Pfandsysteme auf dem Vormarsch

Dabei lässt sich Abfall teilweise vermeiden: Denn auch To-Go-Verpackungen gibt es als Mehrweglösung. Immer mehr junge Unternehmen bieten innovative, einfachen Pfandsysteme für Mehrwegbecher und -schalen an. Deutschlandweit findet ihr erfolgreiche Anbieter wie RECUP und REBOWL mit über 7.500 Ausgabestellen oder reCIRCLE mit rund 330 Partnerlokalen in Deutschland und 1.400 Partnern in der Schweiz. Sie liefern mit Takeaway-Kunststoffverpackungen eine sinnvolle Alternative und können helfen, Müll zu vermeiden. Ab 2023 ist die Gastronomie sogar verpflichtet, Mehrweg anzubieten – mit solchen Systemen haben sie dafür eine einfache Lösung.

Bestellen, genießen, zurückbringen!

Und so funktioniert es: Ihr bestellt Euren Kaffee oder Euer Mittagessen im Mehrwegbecher oder der Mehrwegschale und zahlt einen Pfandbetrag. Leere Becher und Schalen könnt Ihr anschließend bei allen teilnehmenden Partnern abgeben. Egal, wo ihr seid: Online oder per App könnt Ihr euch alle Partnerbetriebe des jeweiligen Pfandsystems schnell und einfach anzeigen lassen. Die Becher und Schalen werden vor Ort gereinigt und anschließend wiedereingesetzt.

Ein funktionierender Kreislauf

Mit den Pfandsystemen sparen wir viel Verpackungsabfall ein: REBOWL-Schalen können mindestens 200 Mal, RECUP-Becher sogar etwa 1000 Mal wiederwendet werden. Die Mehrwegboxen von reCIRCLE schaffen es ebenfalls 150-200 Mal zurück in den Kreislauf. Wenn sie ihr Lebensende erreicht haben, werden die Kunststoffschalen ins Recycling gegeben und zu anderen Produkten weiterverarbeitet. Damit ist sichergestellt, dass sie korrekt recycelt werden – denn bei vielen Verbraucher:innen landen Verpackungen aus Pappe, Kunststoff & Co. gern auch mal im Restmüll. Dann kann der Kreislauf nicht richtig funktionieren. Aber so können wir unseren liebgewonnenen Gewohnheiten nachgehen – und die Rohstoffe landen da, wo sie hingehören.

Aber Achtung: Mehrweg ist nicht automatisch besser

Doch wie so oft im Leben ist auch die Entscheidung für Ein- oder Mehrweg nicht immer gleich richtig oder gleich falsch. Es kommt halt darauf an. Worauf? Naja, zum Beispiel auf Transportwege, die Rückgabequote, aufwändige Waschprozesse oder die Anzahl der tatsächlichen Nutzungen …

Wenn es uns um echten Klimaschutz geht, dann müssen alle Faktoren in die Bewertung einfließen und nicht nur das Gefühl, das Richtige zu tun. Wenn wir uns je nach Anwendung und ökologischer Bewertung für Einweg- oder Mehrweg entscheiden können, ohne dogmatisch auf dem einen oder anderen zu beharren, gewinnen alle: Mensch, Umwelt und Klima.

 

Bildnachweis: iStock.com/Imgorthand

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